Channeling my inner Hanbok Princess! Ein Besuch des Bukchon Hanok Village

72 Stunden in Seoul: Meine Tipps für drei unvergessliche Tage in Südkorea

Pajeon: koreanischer Pfannkuchen

Total ahnungslos nach Seoul

Normalerweise schaue ich mir vor jeder Reise ein paar Tipps und Hot Spot Empfehlungen im Netz zur jeweiligen Destination an. Diesmal habe ich mich komplett der Reiseleitung hingegeben und mich überraschen lassen.

Natürlich hatte ich eine gewisse Idee und Vorstellung im Kopf: Ich bin ein großer Fan der koreanischen Küche (ganz große Kimchi Liebe!), hatte auch mal eine K-Pop Phase, habe „A Korean Odyssey (Original: Hwayugi)“ auf Netflix durchgesuchtet und schwöre auf koreanische Kosmetikprodukte. Das war es dann aber auch im Großen und Ganzen. Ach ja, Seoul ist die Hauptstadt von Südkorea und hat knapp 10 Millionen Einwohner. Samsung kommt aus Südkorea und Kimchi. Karaoke scheint tatsächlich eine beliebte Freizeitbeschäftigung zu sein, denn an fast jeder Ecke findet sich eine Karaoke-Bar, die sogenannte Noraebang.

Gott sei Dank hatte ich meine Reiseleitung (großen Dank an Jenny an dieser Stelle!) dabei, sonst wäre ich echt ein bisschen verloren gewesen in dieser riesengroßen Stadt. Wo anfangen? Was ansehen? Was und wo essen? Und das alles in 72 Stunden?! Damit ihr nicht so ahnungslos durch die Gegend schlendert habe ich euch mal meine Seoul Reisetipps und Highlights zusammengestellt. Viel Spaß damit! :)

First Things First: die Anreise

Vom Frankfurter Flughafen braucht ihr ca. 11 Stunden Nonstop zum Flughafen Seoul/Incheon. Geflogen sind wir mit dem Airbus A380 von Asiana Airlines. Ich bin, wie wohl jeder Mensch auf dieser Welt, kein Fan von langen Flügen, aber mit guter Verpflegung, ausreichend Beinfreiheit und einem Entertainment Programm an Bord kann man das schon ganz gut überstehen. ;)

Asiana Airlines bedient mit dem A380 übrigens täglich die Strecke von Frankfurt nach Seoul. Die Airline ist eine südkoreanische Fluggesellschaft und Mitglied der Star Alliance.

Start der 72 Stunden in Seoul: Die Banpo Rainbow Bridge

Kurz nach der Landung starten meine 72 Stunden in Seoul schon mit einem kleinen Farb- und Lichtspektakel. Wenn ihr es zeitlich einrichten könnt, schaut euch mal die Banpo Rainbow Bridge, die über den Han-Fluss führt. Der Eintritt zu den farbenfrohen Wasserspielen in Seoul ist kostenlos. Die Show kann täglich besucht werden und dauert ca. 20 Minuten.

Traditionelles Makgeolli im trendigen Neurin Maeul Brew & Pub trinken

Makge-was?! Makgeolli ist ein traditionelles alkoholisches Getränk aus Korea, dass momentan einen Aufschwung erlebt. Makgeolli ist leicht süsslich-würzig, etwas prickelnd und hat einen starken Eigengeschmack nach vergorenen Früchten. Ich fand’s ziemlich lecker, aber durch den starken Eigengeschmack war dann für mich nach dem dritten Glas bzw. der dritten Schale auch Schluss. Außerdem hat mich der Makgeolli dann doch etwas sehr beschwipst gemacht. :D Probiert es aber in jedem Fall, ist echt ein Erlebnis.

Makgeolli könnt ihr z.B. im Neurin Maeul Brew & Pub im Jongno Center One Building genießen, der auch eine hervorragende Küche bieten. Aufgetischt wurden allerlei koreanische Köstlichkeiten, von Kimchi bis Pajeon, einer Art Pfannkuchen.

U-Bahn fahren in Seoul

Die U-Bahn in Seoul gibt dir die Möglichkeit, schnell und bequem zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu kommen. Ein- und Ausgänge, Stationen und Wegweiser sind auch alle auf englisch beschriftet, so dass es nach kurzer Eingewöhnungszeit recht einfach ist, sich zurecht zu finden. Empfehlen kann ich euch für die den Metropolitan Pass bzw. MPASS für öffentliche Verkehrsmittel. Für eine 3-Tageskarte zahlt ihr 30.500 Won, dass sind umgerechnet 23,70 Euro. Den MPASS könnt ihr im Großstadtgebiet Seoul und auf der Insel Jejudo benutzen. Das Ticket bekommt ihr direkt am Flughafen im Passagierterminal 1, 1F, vor den Gates 5 und 10. In Seoul z.B. im Touristeninformationszentrum Myeong-dong.

Mit dem 72-Stunden Ticket seid ihr auf der stressfreien Seite

Leichte Reizüberflutung, Food und Fakes im Hongdae Viertel

Ein Meer aus Supreme Fakes, bunten Lichtern, Süßkram und Musik. So habe ich das Viertel Hongdae erlebt. Und natürlich überall Karaoke Bars. Und bunte Fake Linsen und Neon Lichter. Ganz ehrlich: ich fand’s geil! So ein bisschen wie Alt-Sax, nur krasser. Kann man sich aber auch nur einen Abend lang geben.

Ein Besuch im CaFace Café

Wenn schon, denn schon. Ein Besuch im CaFace Café musste drin sein. Das Café an sich ist nicht besonders schön, auch ist der Latte Macchiato weniger erwähnenswert, aber du kannst hier dein Gesicht auf Kaffeeschaum drucken lassen. Das Ergebnis ist sogar ziemlich beeindruckend! Und trinkbar. Ein Spaß ist es allemal!

Mein Gesicht auf Kaffeeschaum. Ok! :)

72 Stunden in Seoul: Unbedingt Chimaek essen und Soju trinken

CHIMEAK ist CHIcken (Hühnchen) und MAEKju (Bier). Leicht scharfes bis richtig scharfes (Achtung, ich hab mir echt die Fresse verbrannt!) frittiertes Hühnchen und Bier. Zum Runterspülen gibt es gezapftes Bier. Side Dishes wie Fritten, Mixed Pickles und Dips gibt es nach Wunsch auch dazu; aber bitte, wer interessiert sich für die Beilagen?! :D

Wichtiger ist der Soju hinterher! Soju ist DAS Getränk in Korea und hat so ungefähr 20% Alkohol. Basiert wie Makgeolli auf Reis, schmeckt aber komplett anders, sehr viel schärfer und hat einen chemischen Beigeschmack. Nicht jedermanns Sache und ziemlich gewöhnungsbedürftig. Wer Chimaek in Frankfurt probieren möchte, schaut mal im Gokio Bros im Oeder Weg vorbei! Hier gibt es das beste Korean Fried Chicken in Frankfurt!

Auf 555 Metern über Seoul schweben: der Lotte World Tower

Um eine guten Überblick über die Dimensionen Seouls zu bekommen, lohnt sich ein Besuch des Lotte World Tower im Songpa-gu District. In dem fünfhöchstem Wolkenkratzer Asiens befinden sich Apartments, Hotelräume und Büros sowie die Aussichtsplattform „Seoul Sky“ mit Glasboden und die „Sky Terrace“. Im Gebäude befindet sich auch die Lotte World Mall und direkt nebenan der Lotte Vergnügungspark.

72 Stunden in Seoul
Nichts für Menschen mit Höhenangst!

72 Stunden in Seoul

K-Star Road

Die K-Star Road ist ein 400 Meter langer Streifen im Gangnam-gu District, südlich des Han-Flusses. Gangnam-gu wird euch sicher ein Begriff sein, denn das wohlhabende Viertel wurde im „Gangnam Style“ Song besungen. Entlang der K-Star Road findet ihr momentan 17 Bärenfiguren (Gangnamdol), die eine K-Pop Größe repräsentieren. Für die Graffiti Doodles am U-Bahn Eingang bzw. Ausgang Apgujeong-Rodeo ist der Künstler Jon Burgerman verantwortlich.

Ein bisschen runterkommen in der Starfield Library

Ebenfalls in Gangnam-gu gelegen, findet ihr die Starfield Library. Die Starfield Library ist eine mehrstöckige Bibliothek. Das Besondere daran ist, dass sich die Bücher ebenfalls mehrstöckig stapeln. Die Starfield Library ist an die COEX Mall angebunden (irgendwie gibt es in Seoul an jeder Ecke Shopping Malls), aber dennoch recht ruhig und nicht allzu überlaufen. Das Beste: ihr kommt kostenlos rein und könnt in der Starfield Library eine Verschnaufpause einlegen. Wer Lust hat, kann sich danach noch in der Mall etwas umsehen oder eine süße Stärkung holen.

Street Food im Tongin Market

Der Tongin Markt wurde ursprünglich 1941 für die japanischen Bewohner des Hyoja-dong Viertels im Jongno-gu District eröffnet, als Korea noch unter japanischer Herrschaft stand. Zum Glück wird der Tongin Market noch heute von Straßenverkäufern und Geschäften der Gegend als Marktplatz genutzt. Besonders beliebt ist das „Dosirak Café“ in der Mitte des Marktes. Hier könnt ihr eine Lunchbox bzw. ein Tray erwerben, mit dem ihr von Stand zu Stand tingeln könnt und es nach Lust und Laune mit koreanischen Leckereien befüllt.

Das Besondere ist auch, dass ihr für die Lunchbox eine eigene Währung braucht, die Yeopjeon Münzen. Für 500 Won bekommt ihr 10 Yeopjeon Münzen. Die Yeopjeon Münzen gibt es übrigens schon seit 1678. Die Gerichte in Probiergröße bekommt ihr meist für 1 – 2 Münzen. Im zweiten Stock des Dosirak Café gibt es Sitzplätze. Hier lasst ihr auch eure leeren Trays und bekommt Besteck oder Chopsticks. Der Tongin Market hat bis 18.30 Uhr geöffnet.

„Strahlende Glückseligkeit“: der Gyeongbokgung Palast

Ganz in der Nähe des Tongin Marktes befindest sich der Gyeongbokgung Palast aus dem 14. Jahrhundert. Der Name bedeutet soviel wie „strahlende Glückseligkeit“ und der Palast im im südkoreanischen Pagoden-Stilist einer von fünf Königspalästen in Seoul. Der Palast wurde leider stellenweise zerstört, aber seit den 90iger Jahren wieder rekonstruiert. Momentan sind etwas 45% der ehemaligen Strukturen wieder aufgebaut. Im hinteren Bereich des riesigen Areals befindet sich der „Geheime Garten Biwon“, der für mich ein echtes Highlight ist. Ein wunderschöner, großzügig angelegter Park mit vielen traditionellen Gebäuden und Pavillons. Wunderschön auch im Herbst, wenn sich die Blätter der Bäume verfärben. Der Gyeongbokgung Palast hat täglich, außer dienstags, von 9 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3.000 Won, es gibt auch englischsprachige Führungen, jeweils um 11 Uhr, um 13.30 Uhr und um 15.30 Uhr. Der Treffpunkt für die Führungen ist vor der Auskunft am Tor Heungnyemun. Von der U-Bahn Haltestelle Gyeongbokgung braucht ihr ca. 5 Gehminuten zum Palast.

Wundert euch übrigens nicht, hier viele Menschen in Kostümen zu sehen. Das ist die traditionelle Tracht, die „Hanbok“ Tracht. Sie geht in ihrer Gestaltung auf die Zeit der Mongolenherrschaft im 13. Jahrhundert zurück.

Ein Spaziergang in Hanbok Tracht durch das Bukchon Hanok Village

Quasi am hinteren Ende des Gyeongbokgung Palast grenzt das traditionelle Bukchon Hanok Village. Ein „Hanok“, nicht verwechseln mit „Hanbok“, ist ein Haus in traditioneller koreanischer Bauweise. Im Bukchon Hanok Village haben währen der Joseon Dynastie die Bediensteten des Gyeongbokgung Palast gewohnt.

Das Village ist noch sehr gut erhalten und man kann sich ein klein wenig, das Leben und Treiben während der königlichen Herrschaft vorstellen. Vor allem, wenn man das Viertel in der traditionellen Hanbok Tracht durchstreift, fühlt man sich leicht in die die Vergangenheit versetzt. Eine Tracht könnt ihr übrigens in vielen Geschäften rund um den Palast stundenweise oder für den ganzen Tag ausleihen. Aber das Bukchon Hanok Village besteht nicht nur aus ehrwürdigen alten Häusern, hier findet ihr auch viele kleine Cafés und Shops.

Kakao Friends Flagship Store

Ein Besuch des Kakao Friends Flagship Store während der 72 Stunden in Seoul ist natürlich kein unbedingtes Muss, aber wer auf süßen Schnick Schnack steht und farbenfrohe Tassen, Uhren, Bettwäsche mit niedlichen Faces steht, wird hier seinen Spaß haben. :)

Eine Übersicht der verschiedenen Stores findet ihr hier. Das Ganze basiert übrigens auf dem in Südkorea wahnsinnig populärem Instant-Messaging-Dienst „KakaoTalk“. Seit 2017 gibt es auch einen Bezahldienst, das sogenannte „KakaoPay“, mit dem man Geld überweisen und direkt bezahlen kann. In China wird übrigens überall WeChat benutzt.

Ein kulinarisches Highlight während meiner 72 Stunden in Seoul

Essen muss der Mensch natürlich auch, vor allem nach so einem langen und mit Highlights vollbepacktem Tag. Ein wundervoller und gaumenschmeichelnder Abschluss des Tages war ein Besuch des koreanisches Fusion-Restaurant „A Flower Blossom on the Rice“.

Das Restaurant findet ihr in einer ruhigen Seitengasse des Insa-dong Viertels, in der 3-6 Insadong 16-gil Street. Mittagessen bekommt ihr hier zwischen 11.30 Uhr und 14.30 Uhr, Abendessen ab 17.30 Uhr bis 21 Uhr. Mir hat alles sehr gut geschmeckt, besonders angetan hat es mir der Reiswein. ;) Die Vorspeisen waren göttlich und wunderschön angerichtet.

Ein Tempel der anderen Art: der Jogyesa Tempel in Jongno-gu

Ebenfalls in der Nähe von Insa-dong, im Jongno-gu District, befindet sich der buddhistische Jogyesa Tempel. Der Tempel ist das Zentrum des Zen-Buddhismus in Korea und aufgrund seiner Lage in der Stadtmitte Seouls leicht erreichbar.

Ich war ziemlich überrascht einen solchen Tempel mitten in der Stadt per Zufall zu entdecken, noch überraschter war ich, als ich durch das Tempeltor schritt. Im Inneren erwarten dich unzählige Lichter und Lampen, viele kleine niedliche, fast comicartige Figuren von kleinen Buddhas, Hasen und Fröschen. Leicht skurril, aber irgendwie auch wunderschön. Der Knaller ist der 24 Meter hohe Schnurbaum in der Mitte der Tempelanlage, über und über bedeckt mit bunten Lampions. Wirklich sehenswert! Der Tempel ist ganzjährig geöffnet, der Eintritt ist frei. Auch wenn der Tempel nicht das typische Bild vermittelt, habe ich hier doch ein Stück Ruhe im turbulenten Seoul gefunden.

Muss auf jeder Reise sein: einmal durch den Supermarkt schlendern

Das ist wirklich so ein Muss auf jeder meiner Reisen: ein Besuch des örtlichen Supermarktes. Der Eintritt ist frei! Haha! :D Ich finde es immer super interessant, mir anzusehen, was so für den täglichen Gebrauch verkauft und gekauft wird, man kann hier herrlich Menschen beobachten und bekommt die besten Süßigkeiten.

Für alle K-Beauty Fans: im Supermarkt bekommt ihr auch teilweise richtig gute Gesichtsmasken von Dr. Jart und Masken von Missha für sehr wenig Geld. Ich habe z.B. für 10 Dr. Jart Masken ca. 5,– Euro bezahlt. Im Vergleich: eine kostet hier in Deutschland ca. 6,– Euro.

Das Shopping und Street Food Paradies Myeongdong

Wenn du Fan von Street Food bist oder Shopping oder am Besten von der Kombination von beidem, dann wirst du in Myeongdong so richtig glücklich. Myeongdong ist ein Paradies voller Kosmetikbrands wie The Faceshop, Innisfree, Missha, Nature, Tony Moly und Etude House, Shops wie atmos, Lacoste und Boy London, vielen Supreme Fakes und jeder Menge Street Food.

Myeongdong bedeutet soviel wie “heller Tunnel“ oder „helle Höhle“ und liegt in Jung-gu Viertel. Lass dich einfach treiben, probier hier und da etwas von den zahlreichen Ständen; ich bin mir sicher, jeder wird in Myeongdong fündig, ob du Foodie bist oder Shopaholic! Die Food Stände werde übrigens erst ab ca. 17 Uhr aufgebaut.

Du suchst noch weitere Asien Reisetipps und Highlights? Dann schau mal hier Meine China Reise: Suzhou und Shanghai – Teil 1 vorbei.

72 Stunden in Seoul

*Ich bin zu dieser Pressereise eingeladen worden, dies beeinflußt jedoch nicht meine Meinung und den Text. Danke an Korea Tourismus, das Novotel Ambassador Seoul Yongsan – Seoul Dragon City Hotel und Asiana Airlines und BZ.COMM für die Einladung, die wirklich tolle Organisation, den angenehmen Flug und die Gastfreundschaft. ♥